Kultur

Because We Can Can

Das Moulin Rouge in Paris ist heutzutage der Inbegriff für Variete Shows.
Seit der Eröffnung im Jahr 1889 wurde das Theater mit der roten Mühle auf dem Dach jedoch zunächst für andere Zwecke genutzt: Bälle, Cancan-Aufführungen, Chanson Abende, Operetten und Revuen wurden auf der Bühne gegeben und das Who-is-who der Pariser Kunst- und Kulturszene gab sich die Klinke in die Hand.
Heute ist das Moulin Rouge freilich für seine Darbietungen mit leicht bek

leideten Damen in fantasievollen Kostümen bekannt. Besonders nach dem gleichnamigen Film erlebt das Theater im Pariser Vergnügungsviertel Pigalle nah Montmatre einen neuen Aufschwung.
Neben dem reinen Show Besuch mitsamt einer Flasche Champagner aus dem hauseigenen Keller bietet das Moulin Rouge eine Show in Kombination mit einem 3-Gang-Menü an.
Getreu dem Motto „Wenn schon, denn schon“ habe ich selbstverständlich die Menü und Show Option gewählt – immerhin gibt es auch Solo Tänzer in der Darsteller Riege des Theaters.

Nach einem herzlichen Empfang und Geleit zum Tisch, den man sich mit bis zu 5 weiteren Gästen teilt, wird zunächst das Menü serviert. Je nach zuvor gebuchter Preisklasse darf man zwischen 3 verschiedenen Menü-Varianten wählen, die jedoch auch zuvor online einsehbar sind.

Während man das Menü genießt oder auf den nächsten Gang wartet, wird bereits Live Unterhaltung auf der Bühne geboten: Eine kleine Band mit zwei wechselnden Sängern präsentiert eine bunte Mischung aus Chanson, Jazz und populären Nummern auf französisch und englisch.
Gelegentlich tanzen Gäste vor der Bühne zu den Klängen der Band klassische Paartänze, während auch schon die weiteren Gäste eingelassen werden, die eine Option ohne Menü gebucht hatten.
Die Show, die an diesem Abend präsentiert wurde hieß „Feerie“. Einige Szenen erinnerten dann auch an Jahrmarkt und Zirkus Atmosphäre, andere entführten in orientalische Welten, Märchenschlösser oder Piratenschiffe.
Zwischen den einzelnen Tanzszenen nutzten Akrobaten und Artisten die Umbauphasen, um ihr Können effektvoll zu präsentieren: Ein Duo auf Rollschuhen präsentierte waghalsige Figuren aus der Akrobatik, ein Jongleur verzauberte das Publikum mit brennenden Stäben und eine Schlangenfrau verbog sich in sensationelle Positionen.
Eines der Highlights war die Darbietung des traditionellen Can-Cans, der vom Publikum fast schon frenetisch gefeiert wurde.

Mein Fazit:

Das Menü war köstlich, besonders das Dessert hat einen neuen Fan in mir gefunden. Doch leider waren die Portionen recht übersichtlich, sodass ich nach der Show im Hotelzimmer noch ein paar Snacks gefuttert habe.
Während schon beim Dinner die Sitzplätze sehr eng kalkuliert waren, sodass selbst dünne Menschen sich zwischen den einzelnen Tischreihen durchquetschen mussten, saß man nun zwischen Tischkante und Rückenlehne des Nachbarstuhls eingeengt und hatte keine Bewegungsfreiheiten mehr.
Die Show wurde mit Vollplayback gespielt, jedoch trugen einige Darstellerinnen Alibimikrofone, um zumindest eine Illusion eines Live Erlebnisses zu erzeugen. Der Sinn erschloss sich mir persönlich nicht.
Auch die Tatsache, dass während der Show Ponys im Kostüm von halbnackten Damen über die Bühne geführt und zuvor Schlangen unter Wasser gedöppt wurden, finde ich überflüssig. (Das war jetzt auf die Tiere bezogen, meine Herren!)
Mir persönlich gefielen die Akrobatik- Darbietungen am besten, halbnacktes Vollplayback nachsingen kann da meiner Meinung nach nicht mithalten – aber vermutlich gehöre ich da auch nicht der primären Zielgruppe an.
Allerdings waren die Kostüme, sofern vorhanden, eine Augenweide und raffiniert geschneidert.
Besonders zum Showfinale, dass musikalisch mit der Ouvertüre einen Rahmen um das Programm bildete, glänzte durch eine wahre Pracht an Kostümen.

Empfehlung:

Auch wenn die Preise sehr happig sind – besonders, wenn man die Option mit Menü bucht, so bekommt man dennoch großartige Tänze und Artistikeinlagen geboten. Für die primäre Zielgruppe sind die barbusigen Damen natürlich noch das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i. Kulinarisch gibt es, bis auf die Portionsgröße, nicht viel auszusetzen, sodass man diese Option durchaus in Betracht ziehen sollte bei der Buchung – getreu dem Motto „Wenn schon, denn schon!“ Und schließlich zahlt man den Bekanntheitsgrad der roten Mühle mit.

Tipps zum Nachmachen:

Schaut vorab genau nach, welche Menüvarianten zu welcher Preiskategorie gehören. So konnte ich direkt einige Varianten für mich ausschließen.
Für jene, die keinen Alkohol trinken besteht auch die Möglichkeit die inkludierte Flasche Champagner in mehrere Softdrinks umzuwandeln.
Ein letzter Tipp: Seid pünktlich vor Ort! Die Schlange am Eingang ist immens lang, es folgen Security Checks, mehrfache Ticketkontrollen und jeder Gast wird persönlich zum Tisch begleitet. So kann es schon mal eine halbe Stunde dauern, bis ihr von der ersten Ticketkontrolle zum Sitzplatz in einer Schlange steht. 

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