Kultur

Dabei sein ist alles

In der heutige Gesellschaft wird das Wort „Wettbewerb“ besonders im Bereich der Wirtschaft verwendet, das sich vor allem um Preiskämpfe, Ressourcen Management und Statistiken dreht.
Das man mit dem Wort Wettbewerb aber auch ein schönes Erlebnis verbinden kann, zeigen zahlreiche Wettstreite auf Veranstaltungen, Sport Events und Contests.
Besonders bei ersteren sollte hier der Spaß im Vordergrund stehen.
Meine Teilnahme als „Belle“ aus „Die Schöne und das Biest“ am Kostümwettbewerb im Fantasy / Comic Bereich hat dies gezeigt – aber auch, dass für manche Teilnehmer der Spaß zu einem bitteren Ernst wurde:
Vor dem öffentlichen Wettbewerb fand vor der Jury, bestehend aus Experten des Bereiches – einem Schneider, einem Cosplayer und einem Rüstungsbauer – eine genaue Betrachtung des Kostüms statt.
Fragen zu Stoffen, Herstellung, Perückendesign und Accessoires, aber auch zu dem Charakter hinter dem Kostüm wurden gestellt, während sich jeder Teilnehmer mehrfach vor der Jury drehen durfte.
Schon hier wurde man sehr kritisch von einigen anderen Wettstreitern beäugt, die ihre eigenen Chancen auf den Sieg einschätzen wollten.
Leise Kommentare wie „Damit hat sie eh keine Chance.“ „Das hätte ich aber anders designed.“ „Das ist nicht aufregend genug.“ wurden laut geflüstert.
Doch da für mich die Teilnahme, nicht der Sieg, entscheidend war, konnten mir diese Kommentare gleichgültig sein – während andere Teilnehmer somit bei Ihrer Kostümvorführung verunsichert wurden.
Dabei ist es doch viel schöner, sich die Kostüme der anderen Teilnehmer anzuschauen und sich von ihrem Können beeindrucken zu lassen und so gegebenenfalls noch einiges dazu lernen zu können.
Denn es waren wirklich atemberaubende Kostüme dabei – warum sollte man das also den anderen Wettstreitern dann nicht auch so vermitteln?
Schließlich gehört es zu einem Wettbewerb auch dazu, sich ohne Neid eingestehen zu können, dass andere mehr Aufwand und mehr Talent eingebracht haben und daher auch verdient gewinnen.
Nachdem sich die Jury alle Kostüme vorab angeschaut hatte, ging es auch schon in selbiger Reihenfolge hinter die Bühne und die Aufregung stieg bei allen Teilnehmern.
In mehreren Kategorien (Bestes Solo Kostüm, Beste Gruppe, Beste Rüstung, Bestes Worbla, Bestes Gewand) konnte man einen Platz belegen, um den verschiedenen Sparten genügend Würdigung entgegen zu bringen – aber auch, um einen sehr schwierigen Vergleich zwischen einem Gewand und einem Kunstwerk aus Worbla zu umgehen.
Nachdem der Moderator den Wettbewerb eröffnet hatte, durfte jeder Teilnehmer sein Kostüm für 30 Sekunden auf der Bühne präsentieren. Was man während dieser Zeit anstellt, bleibt einem selbst überlassen, sollte aber bestenfalls zum Charakter passen.
Anschließend zogen sich die Juroren noch zu einer finalen Beurteilung zurück, um den Sieger zu ermitteln.
Gewonnen haben unglaublich fantastische und präzise Arbeiten, die dank technischer Einbauten noch mit diversen Effekten punkten konnten.
Herzlichen Glückwunsch an „Iron Man“, der nun eine neue Nähmaschine mit nach Hause nehmen darf 🙂

Mein Fazit:

Bei zahlreichen Teilnehmern stand wirklich der Spaß im Vordergrund des Wettbewerbs und die Stimmung wurde auch nicht von den wenigen siegeshungrigen kaputt gemacht. Während der Beratungszeit der Juroren wurde mein Charakter beispielsweise von einem blutüberströmten Wikinger zum Tanz aufgefordert und hat somit noch einmal für ein paar Lacher gesorgt. Und auch wenn es abgedroschen klingt, aber: Dabei sein war viel schöner, als nur den Sieg vor Augen haben zu wollen. Denn so kann man sich für die wahren Sieger auch mitfreuen!

Empfehlung:

Jeder sollte das einmal ausgetestet haben, allein um herauszufinden, zu welcher Gruppierung von Teilnehmern er gehört.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.